#dasbewegtmich: Future Skills – Qualifizierung schafft neue Perspektiven.
Der Verband feiert 2027 ein Jubiläum. Auf dem Weg dahin berichten Beschäftigte aus Trägergesellschaften in der Kampagne #dasbewegtmich über ihre Erlebnisse.
Beschäftigtentransfer ist ein wichtiger Pfeiler des deutschen Arbeitsmarkts. Warum das, fragen viele Menschen? Denn erst bei Jobverlust erleben manche, wie eine Transfergesellschaft in schwieriger Lage engagiert hilft.
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik dafür den Grundstein, ermöglichte erste Transferprojekte. Vor fast 20 Jahren schlossen sich Träger des Beschäftigtentransfers zusammen, um gemeinsam die gute Qualität der Beratungsarbeit zu sichern und dafür Einfluss auf die Politik zu nehmen.
Mit Blick auf dieses Jubiläum im Jahr 2027 erzählen Führungskräfte der BVTB-Mitgliedsgesellschaften in den kommenden Monaten unter dem Claim #dasbewegtmich, welche Erlebnisse im Transfer sie bewegen, werfen einen manchmal auch emotionalen Blick auf das, was in der Beratungsarbeit mit Menschen tagtäglich passiert, welche Erfolge bei der Jobsuche sich immer wieder einstellen.
So auch Jan Ziemann, bei LHH Deutschland GmbH für den Bereich Beschäftigtentransfer verantwortlich.
Ihn bewegt vor allem die Frage, wie Menschen ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in eine Arbeitswelt übertragen können, in der sich Tätigkeiten, Berufsbilder und Anforderungen immer schneller verändern: „Die Arbeitswelt verändert sich. Tätigkeiten fallen weg, Berufsbilder entwickeln sich weiter und neue Anforderungen entstehen. Für viele Beschäftigte bedeutet das, sich beruflich neu zu orientieren. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Kenntnisse und Fähigkeiten künftig gebraucht werden.“
Unter dem Begriff Future Skills wird darüber intensiv diskutiert. Gemeint sind nicht nur digitale Kompetenzen, künstliche Intelligenz oder der Umgang mit neuen Technologien. Ebenso wichtig sind Lernfähigkeit, Veränderungsbereitschaft, Kommunikation, Problemlösung und die Fähigkeit, vorhandenes Wissen auf neue Aufgaben zu übertragen.
„Für den Beschäftigtentransfer ist das kein Zukunftsthema, sondern tägliche Praxis. Wir erleben immer wieder, dass Menschen sehr viel mehr mitbringen, als ihnen in der ersten Unsicherheit nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bewusst ist. Mich bewegt der Moment, in dem aus Erfahrung wieder Zuversicht wird und jemand erkennt: Ich kann mein Wissen weiterentwickeln und damit in einem neuen Umfeld erfolgreich sein“, so Jan Ziemann.
Transferagenturen und Transfergesellschaften setzen genau dort an. Sie machen Kompetenzen sichtbar, entwickeln realistische berufliche Ziele und klären, welche Qualifizierung zu einer Person, zum Arbeitsmarkt und zu einer nachhaltigen Anschlussbeschäftigung passt. Das kann eine Anpassungsqualifizierung, der Aufbau digitaler Kompetenzen, das Nachholen eines anerkannten Abschlusses oder die Vorbereitung auf ein neues Tätigkeitsfeld sein.
Vor allem Transfergesellschaften schaffen dafür einen besonderen Rahmen. Sie verbinden Beratung, Vermittlung und Qualifizierung in einer sozial abgesicherten Übergangsphase. Entscheidend ist dabei, Qualifizierung nicht nach dem Gießkannenprinzip einzusetzen, sondern ausgehend von der bisherigen Erfahrung und einer realistischen beruflichen Perspektive.
#dasbewegtmich
„Richtig eingesetzt, begleiten Transferinstrumente nicht nur den Verlust eines Arbeitsplatzes. Sie schaffen Zeit für Orientierung, ermöglichen passgenaue Qualifizierung und eröffnen neue berufliche Perspektiven. Future Skills entstehen dort, wo Menschen die Chance erhalten, ihre Erfahrung weiterzuentwickeln und daraus etwas Neues zu machen“, erklärt Jan Ziemann.
Die Geschichte
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik den Grundstein für den Beschäftigtentransfer, ermöglichte erste Transferprojekte. Anlass war vor allem der ostdeutsche Strukturwandel, die Aufnahme des Transfergedankens ins SGB III folgte, 2004 verankerte der Gesetzgeber dann auch Transfermaßnahmen und Transferkurzarbeitergeld im SGB III. Voraussetzungen dafür waren zunächst strukturelle Verschlechterungen der Lage des Wirtschaftszweigs, später betriebliche Restrukturierung.
Die Transfergesellschaft
Transfergesellschaften sind in den vergangenen Jahrzehnten auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu unverzichtbaren Dienstleistern geworden. In enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit helfen sie Unternehmen bei einem sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau und den betroffenen Beschäftigten im Vermittlungsprozess und bei der beruflichen Neuorientierung. Während der Zeit in der Gesellschaft befinden sich die Menschen im Bezug von Transferkurzarbeitergeld. Die Beraterinnen und Berater der Transfergesellschaften haben die Aufgabe, diesen Transferprozess durch Qualifizierungsangebote, intensive Gespräche zur Neupositionierung am Arbeitsmarkt und gezielte Vermittlungsangebote zu strukturieren.
Der BVTB
Der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB) fordert und fördert den Einsatz bewährter Instrumente des Beschäftigtentransfers bei notwendigen Personalanpassungen. Er unterstützt als Verband und Netzwerk von aktuell 18 Mitgliedsunternehmen die Weiterentwicklung des Beschäftigtentransfers und fördert Austausch und Dialog zwischen Unternehmen, Institutionen und Öffentlichkeit. Der BVTB setzt sich dafür ein, die Qualität und die Transparenz des Transfers von Beschäftigten zu gewährleisten und Standards für die Beratung sowie die Projektsteuerung und -abwicklung zu erarbeiten.