#dasbewegtmich: Transfergesellschaften stabilisieren in Phasen von Unsicherheit
Der Verband feiert 2027 ein Jubiläum. Auf dem Weg dahin berichten Beschäftigte aus Trägergesellschaften in der Kampagne #dasbewegtmich über ihre Erlebnisse.
Beschäftigtentransfer ist ein wichtiger Pfeiler des deutschen Arbeitsmarkts. Warum das, fragen viele Menschen? Denn erst bei Jobverlust erleben manche, wie eine Transfergesellschaft in schwieriger Lage engagiert hilft.
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik dafür den Grundstein, ermöglichte erste Transferprojekte. Vor fast 20 Jahren schlossen sich Träger des Beschäftigtentransfers zusammen, um gemeinsame die gute Qualität der Beratungsarbeit zu sichern und dafür Einfluss auf die Politik zu nehmen.
Mit Blick auf dieses Jubiläum im Jahr 2027 erzählen Führungskräfte der BVTB-Mitgliedsgesellschaften in den kommenden Monaten unter dem Claim #dasbewegtmich, welche Erlebnisse im Transfer sie bewegen, werfen einen manchmal auch emotionalen Blick auf das, was in der Beratungsarbeit mit Menschen tagtäglich passiert, welche Erfolge bei der Jobsuche sich immer wieder einstellen.
Eine von ihnen ist Christine Steinmaurer, Geschäftsführerin der BOB Transfer GmbH in Essen.
„Transfergesellschaften sind ein zentrales Instrument aktiver Arbeitsmarktpolitik, das vor allem bei betrieblichen Restrukturierungen, Massenentlassungen oder Standortschließungen eingesetzt wird“, berichtet Christine Steinmaurer: „Durch die Kombination aus finanzieller Absicherung, Qualifizierung und individueller Förderung stellen sie einen wesentlichen stabilisierenden Faktor in Phasen arbeitsmarktlicher Unsicherheit dar.“ Primäres Ziel sei es, von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte in einer Übergangsphase zu stabilisieren und ihre Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt systematisch zu fördern.
Vor diesem Hintergrund beschreibt die BOB-Transfer-Geschäftsführerin die Aufgaben der Transfergesellschaft als vielschichtig, sie zielten auf eine nachhaltige Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ab. Ein zentraler Bestandteil sei das individuelle Coaching, das sowohl berufsbezogene als auch psychosoziale Aspekte umfasse. Durch Kompetenzanalysen, Zieldefinitionen und kontinuierliche Beratung würden individuelle Integrationsstrategien entwickelt. „Dieses Coaching wirkt stabilisierend, indem es Orientierung bietet und Unsicherheiten im Übergangsprozess reduziert“, so Christine Steinmaurer.
Darüber hinaus organisieren Transfergesellschaften Qualifizierungsmaßnahmen und betriebliche Praktika. „Diese dienen der Anpassung und Erweiterung beruflicher Kompetenzen im Hinblick auf aktuelle Arbeitsmarktanforderungen, Praktika ermöglichen zudem den Erwerb praktischer Erfahrungen und den Aufbau neuer beruflicher Netzwerke, wodurch die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden signifikant erhöht wird“, erklärt die Transfer-Expertin.
Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich liege in der aktiven Unterstützung der Stellensuche. „Transfergesellschaften begleiten die Teilnehmenden bei der Erstellung und Optimierung von Bewerbungsunterlagen, führen Bewerbungstrainings durch und bereiten gezielt auf Auswahlverfahren vor“, erklärt Christine Steinmaurer: „Ergänzend nutzen sie bestehende Unternehmensnetzwerke, um Vermittlungsprozesse zu beschleunigen und passgenaue Beschäftigungsmöglichkeiten zu identifizieren.“
#dasbewegtmich
„In Phasen ökonomischer Unsicherheit entfalten Transfergesellschaften eine stabilisierende Wirkung auf individueller, betrieblicher und gesamtwirtschaftlicher Ebene, eine sehr wichtige Funktion für Mensch und Betrieb“, betont die Geschäftsführerin abschließend: „Individuell tragen sie zur Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit bei. Unternehmen ermöglichen sie einen sozialverträglichen Personalabbau und reduzieren potenzielle Konflikte. Gesamtwirtschaftlich betrachtet leisten sie einen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes, indem sie Übergangsarbeitslosigkeit verkürzen und Qualifikationsverluste minimieren.“
Die Geschichte
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik den Grundstein für den Beschäftigtentransfer, ermöglichte erste Transferprojekte. Anlass war vor allem der ostdeutscher Strukturwandel, die Aufnahme des Transfergedankens ins SGB III folgte, 2004 verankerte der Gesetzgeber dann auch Transfermaßnahmen und Transferkurzarbeitergeld im SGB III. Voraussetzungen dafür waren zunächst strukturelle Verschlechterungen der Lage des Wirtschaftszweigs, später betriebliche Restrukturierung.
Die Transfergesellschaft
Transfergesellschaften sind in den vergangenen Jahrzehnten auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu unverzichtbaren Dienstleistern geworden. In enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit helfen sie Unternehmen bei einem sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau und den betroffenen Beschäftigten im Vermittlungsprozess und bei der beruflichen Neuorientierung. Während der Zeit in der Gesellschaft befinden sich die Menschen im Bezug von Transferkurzarbeitergeld. Die Beraterinnen und Berater der Transfergesellschaften haben die Aufgabe, diesen Transferprozess durch Qualifizierungsangebote, intensive Gespräche zur Neupositionierung am Arbeitsmarkt und gezielte Vermittlungsangebote zu strukturieren.
Der BVTB
Der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB) fordert und fördert den Einsatz bewährter Instrumente des Beschäftigtentransfers bei notwendigen Personalanpassungen. Er unterstützt als Verband und Netzwerk von aktuell 18 Mitgliedsunternehmen die Weiterentwicklung des Beschäftigtentransfers und fördert Austausch und Dialog zwischen Unternehmen, Institutionen und Öffentlichkeit. Der BVTB setzt sich dafür ein, die Qualität und die Transparenz des Transfers von Beschäftigten zu gewährleisten und Standards für die Beratung sowie die Projektsteuerung und -abwicklung zu erarbeiten.