#dasbewegtmich: Freiwilligenprogramme treiben Transformation voran und machen Veränderungen gesellschaftsfähig
Der Verband feiert 2027 ein Jubiläum. Auf dem Weg dahin berichten Beschäftigte aus Trägergesellschaften in der Kampagne #dasbewegtmich über ihre Erlebnisse.
Beschäftigtentransfer ist ein wichtiger Pfeiler des deutschen Arbeitsmarkts. Warum das, fragen viele Menschen? Denn erst bei Jobverlust erleben manche, wie eine Transfergesellschaft in schwieriger Lage engagiert hilft.
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik dafür den Grundstein, ermöglichte erste Transferprojekte. Vor fast 20 Jahren schlossen sich Träger des Beschäftigtentransfers zusammen, um gemeinsam die gute Qualität der Beratungsarbeit zu sichern und dafür Einfluss auf die Politik zu nehmen.
Mit Blick auf dieses Jubiläum im Jahr 2027 erzählen Führungskräfte der BVTB-Mitgliedsgesellschaften in den kommenden Monaten unter dem Claim #dasbewegtmich, welche Erlebnisse im Transfer sie bewegen, werfen einen manchmal auch emotionalen Blick auf das, was in der Beratungsarbeit mit Menschen tagtäglich passiert, welche Erfolge bei der Jobsuche sich immer wieder einstellen.
So auch Margrit Herrmann, Geschäftsführerin der Personaltransfer West GmbH in Bielefeld, und BVTB-Vorstandsmitglied.
„Eine Möglichkeit für Unternehmen, Personal abzubauen, sind Freiwilligenprogramme“, erklärt Margrit Herrmann: „Sie sehen vor, durch einvernehmliche Regelungen mit Beschäftigten einen sozialverträglichen Personalabbau durchzuführen.“ Im Mittelpunkt eines solchen Programms stünden oft feste Konditionen für Abfindungen im Rahmen von Aufhebungsverträgen oder die Modalitäten von Vorruhestands- oder Altersteilzeitlösungen.
Das Freiwilligenprogramm könne entweder vom Arbeitgeber ausgelobt oder durch Betriebsvereinbarung geregelt werden. „Nicht selten wird dann auch eine Transfergesellschaft angeboten, denn eine Abfindung anzunehmen, ohne nach der Aufhebung eine neue Arbeit zu haben, führt in der Regel zu einer Sperre beim Arbeitslosengeldbezug“, so die Expertin: „Sie kann in diesem Konstrukt helfen, die Transformation voranzutreiben und Veränderungen gesellschaftsfähig zu machen.“
Denn bestünden Transfergesellschaften aus Freiwilligen, so seien dies vor allem Menschen, die sehen, dass sie sich wegen der immer schneller voranschreitenden Transformationsprozesse, denen die Wirtschaft unterworfen ist, selber immer wieder neu ausrichten müssen und dafür Neues lernen müssen.
„Teilnehmende unsere Transfergesellschaften möchten völlig andere Berufe erlernen, den Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen oder einfach mal einen anderen Arbeitgeber kennenlernen“, berichtet Margrit Herrmann: „Mit der sicheren Basis der Transfergesellschaft im Rücken trauen sie sich diesen Schritt zu wählen.“
#dasbewegtmich
Freiwilligenprogramme sind für Margrit Herrmann also eine großartige Möglichkeit, Menschen, die bereit und willig sind, sich zu verändern, eine Chance zu geben, dies auch zu tun. „Gleichzeitig können Kolleginnen und Kollegen, die bei der Sozialauswahl vielleicht betroffen wären und für die ein Arbeitsplatzwechsel unvorstellbar ist, an ihrer Stelle im Unternehmen bleiben“, erklärt die Geschäftsführerin: „So können Transformationsprozesse wirkungsvoll und sozialverträglich unterstützt werden.“
Die Geschichte
Vor bald drei Jahrzehnten legte die Politik den Grundstein für den Beschäftigtentransfer, ermöglichte erste Transferprojekte. Anlass war vor allem der ostdeutsche Strukturwandel, die Aufnahme des Transfergedankens ins SGB III folgte, 2004 verankerte der Gesetzgeber dann auch Transfermaßnahmen und Transferkurzarbeitergeld im SGB III. Voraussetzungen dafür waren zunächst strukturelle Verschlechterungen der Lage des Wirtschaftszweigs, später betriebliche Restrukturierung.
Die Transfergesellschaft
Transfergesellschaften sind in den vergangenen Jahrzehnten auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu unverzichtbaren Dienstleistern geworden. In enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit helfen sie Unternehmen bei einem sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau und den betroffenen Beschäftigten im Vermittlungsprozess und bei der beruflichen Neuorientierung. Während der Zeit in der Gesellschaft befinden sich die Menschen im Bezug von Transferkurzarbeitergeld. Die Beraterinnen und Berater der Transfergesellschaften haben die Aufgabe, diesen Transferprozess durch Qualifizierungsangebote, intensive Gespräche zur Neupositionierung am Arbeitsmarkt und gezielte Vermittlungsangebote zu strukturieren.
Der BVTB
Der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB) fordert und fördert den Einsatz bewährter Instrumente des Beschäftigtentransfers bei notwendigen Personalanpassungen. Er unterstützt als Verband und Netzwerk von aktuell 18 Mitgliedsunternehmen die Weiterentwicklung des Beschäftigtentransfers und fördert Austausch und Dialog zwischen Unternehmen, Institutionen und Öffentlichkeit. Der BVTB setzt sich dafür ein, die Qualität und die Transparenz des Transfers von Beschäftigten zu gewährleisten und Standards für die Beratung sowie die Projektsteuerung und -abwicklung zu erarbeiten.